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Eine weitere Feuerwehrfrau in Schaafheim

Lisa Rosewsky ist 20 Jahre alt, Schaafheimerin, Anwärterin für eine Beamtenlaufbahn im gehobenen Dienst beim Finanzamt und nun auch Feuerwehrfrau: Mit dem bestandenen Grundausbildungslehrgang am 15. Mai 2022 gehört sie nun fest zum Team der Schaafheimer Wehr. In 70 Ausbildungsstunden über zweieinhalb Wochen wurden teils online, teils am Lehrgangsstandort in Modautal/Brandau die wichtigsten Kenntnisse vermittelt: Fahrzeug- und Gerätekunde, Rechtsgrundlagen des Brandschutzes, Rechte und Pflichten der Feuerwehrleute, physikalische und technische Grundbegriffe (Brennen und Löschen), Gefahren der Einsatzstelle. Im Mittelpunkt des praktischen Teils stehen der Umgang mit Leitern und die Handhabung von Schläuchen und Armaturen. Das Presseteam der Feuerwehr Schaafheim hat sich mit Lisa unterhalten:

 

Lisa, Glückwunsch zum bestandenen Lehrgang! Erzähl mal, wie war es?

Der Lehrgang war klasse! Von Anfang wurden alle Themen gut erklärt. Außerdem wurde auf jeden eingegangen, egal wie viele Kenntnisse man hatte. Ich habe viele neue Leute und gleich auch das „Miteinander“ in der Feuerwehr kennengelernt. Es gab einige Leute, die sich schon gut auskannten und auch einige, die noch nicht so weit waren. Da wurde sich gegenseitig unterstützt und geholfen. Ein anderes Beispiel war das Heruntergeben von Leitern vom Feuerwehrfahrzeug. Bei meiner Größe von 1,57m habe ich hier etwas Unterstützung benötigt und diese auch ohne große Nachfragen erhalten. 

Wir hatten gute Ausbilder, die auch locker drauf waren - zum Beispiel saßen wir beim (sehr guten und abwechslungsreichen) Mittagessen immer zusammen und nicht getrennt zwischen Teilnehmern und Ausbildern.

Eine große Herausforderung war der Online-Unterricht. Einerseits hat er den Vorteil, dass man es von zu Hause machen kann und etwas Zeit spart. Andererseits lässt man sich auch eher ablenken.

Was aber am meisten hängen bleibt, ist die Kameradschaft. Wir haben uns in den Prüfungen immer gegenseitig angefeuert und sind gemeinsam zum Ziel gekommen, den Lehrgang zu bestehen.

 

Deine Familie ist durch und durch von der Feuerwehr geprägt. Dein Papa Michael war zehn Jahre lang Gemeindebrandinspektor und ist heute noch aktiv. Dein Opa Wolfgang war viele Jahre aktiver Feuerwehrmann und über Jahrzehnte Mitglied im Vereinsvorstand, davon 23 Jahre als Schriftführer. Konnte dein Weg überhaupt woanders hingehen, als zur Feuerwehr?

Mein Papa wollte immer, dass es meine eigene Entscheidung ist, ob ich zur Feuerwehr gehe. Meine Familie ist neben der Feuerwehr auch noch in anderen Ehrenämtern aktiv, etwa im Kirchenvorstand der evangelischen Kirche, was mich auch sehr geprägt hat. Mein Weg hat dann tatsächlich erstmal an der Feuerwehr vorbei geführt, ich habe verschiedene Dinge ausprobiert und meinen Weg gefunden. Natürlich war und ist die Feuerwehr immer Thema im Familienleben, aber der Fokus lag nie auf mir direkt. 

Die Situation, die mich dann tatsächlich zur Feuerwehr geführt hat, war bei einem Treffen mit Freunden, die auch bei der Feuerwehr sind. Da wurde ich gefragt: „Warum bist du eigentlich nicht dabei?“, und die Antwort war: „Ja, warum eigentlich nicht?!“.

 

Du bist als junge Frau und als Quereinsteigerin, ohne den Weg über die Jugendfeuerwehr, in die Feuerwehr gekommen, die ja gemeinhin als Männerdomäne gilt. Wie wurdest du aufgenommen, und bist du auf Vorurteile gestoßen?

Ich bin von Anfang an gut in die Gemeinschaft aufgenommen worden. Auf Vorurteile bin ich nicht gestoßen. Ich hatte vielmehr das Gefühl, dass es den Leuten bei der Kameradschaft und in der Teamarbeit „egal“ ist, welches Geschlecht man hat und ob man bei der Jugendfeuerwehr war.

 

Was sind deine nächsten Schritte bei der Feuerwehr? Planst du, weitere Lehrgänge zu besuchen?

Natürlich sind weitere Lehrgänge schon geplant. Der Atemschutzgeräteträgerlehrgang steht auf meiner Liste recht weit oben. Langfristig möchte ich auch den Maschinistenlehrgang besuchen und den LKW-Führerschein erwerben.

Außerdem engagiere ich mich schon in der Jugendfeuerwehr als Betreuerin und habe auch vor, in diesem Bereich Lehrgänge zu besuchen, etwa zum Erwerb der Jugendleitercard JULEICA. Auch da gibt es ja eine familiäre Vorgeschichte: Mein Papa hat die Jugendfeuerwehr mit gegründet und war erster Jugendfeuerwehrwart. Die Jugendarbeit liegt mir auch bei meinem Engagement in der Kirche am Herzen. Daher war es naheliegend, dass ich mich bei auch bei der Feuerwehr in diesem Bereich engagiere.

 

Alle Absolventen des Grundlehrgangs müssen das dort Erlernte in einer zwei Jahre dauernden Phase in der Einsatzabteilung vertiefen. Danach ist die Ausbildung mit den „Basics“ beendet und die Feuerwehrleute können ihr Wissen bei Speziallehrgängen ausbauen.

 

Wir wünschen Lisa Rosewsky eine tolle Zeit bei der Feuerwehr, viele Übungen und wenige Einsätze, und dass sie immer wieder gesund nach Hause kommt.

 

Du willst es machen wie Lisa? Sei dabei! Deine Feuerwehr wartet auf dich. Wie? Entweder dienstags um 19.30 Uhr bei der Feuerwehr vorbei kommen. Oder du nimmst Kontakt mit uns auf. Alle Daten findest du auf www.feuerwehren-schaafheim.de